Seit 2017 als DJ aktiv und seit 2019/20 in der elektronischen Musikproduktion tätig. Die musikalische Praxis bewegt sich vor allem zwischen House und Techno, bleibt dabei offen für genreübergreifende Formen. DJing und Produktion bilden eine wichtige Grundlage für das künstlerische Arbeiten: Rhythmus, Raum, Wiederholung, Spannung und körperliche Wahrnehmung werden hier musikalisch erforscht.
Über die Jahre entstanden DJ-Sets und Auftritte in verschiedenen lokalen und internationalen Kontexten, unter anderem in Darmstadt, Frankfurt, Stuttgart, Innsbruck und London.
2021 erschien die erste EP Orange Morning. 2022 folgte unter dem experimentelleren Alias echo studies die EP untitled a1-2. Zusätzlich besteht das Duo-Projekt Sencha Division, mit dem 2025 der Track Setsubun auf einer Compilation von Heiner Audio veröffentlicht wurde. DJ-Mixe dokumentieren die Auseinandersetzung mit musikalischer Dramaturgie, Atmosphäre und Bewegung im Raum.
Seit 2026 außerdem freiberuflich als Sound Engineer im Bereich Recording und Mixing tätig. Diese Tätigkeit erweitert die eigene Praxis um präzise Arbeit an Aufnahmeprozessen. Sie verbindet musikalisches Hören mit produktionstechnischer Verantwortung und stärkt den Umgang mit Klang als Material.
Meine Musik entsteht aus dem Bedürfnis, sich auszudrücken, und aus einer grundlegenden Faszination für das Leben. Besonders prägend ist dabei die unsichtbare Kraft von Klang. Musik lässt sich nicht sehen, nicht anfassen, nicht schmecken und nicht riechen, und trotzdem kann sie Menschen auf einer tiefen emotionalen Ebene erreichen. Diese Spannung zwischen Immaterialität und Wirkung bildet einen wichtigen Ausgangspunkt meiner musikalischen Praxis.
Der Produktionsprozess beginnt meist offen. Meist steht Anfangs nur ein Synthesizer, ein Klang, ein Zufall, der im Ohr hängen bleibt. Dieser Moment der kreativen Offenheit, öffnet den Raum für Ideen. Intuition spielt dabei eine zentrale Rolle. Entscheidungen entstehen häufig aus dem Bauchgefühl, auch wenn dieser Zugang immer wieder gegen innere (äußere) Erwartungen verteidigt werden muss. Technik ist dabei kein rein funktionales Werkzeug, sondern eine Quelle von Inspiration. Synthesizer, Sampler, Effekte und Aufnahmesysteme erzeugen Situationen.
Klanglich besteht eine besondere Nähe zu rohen, ehrlichen und tiefen Sounds. Entscheidend ist für mich dabei nicht die technische Perfektion, sondern eine bestimmte Direktheit. Sounds sollen eine eigene Materialität besitzen, Spuren tragen und körperlich wirken. Diese Haltung verbindet Musikproduktion mit Sound Design und installativen Arbeiten.
Clubkultur ist ein wichtiger Teil dieser Praxis. Das Verlieren in der Nacht, das Auflösen von Zeitgefühl und die kollektive Energie eines Raumes haben mein musikalisches Denken stark geprägt. Beim DJing steht weniger Selbstausdruck im Vordergrund als das Schaffen eines Rahmens für eine konkrete Situation. Ein Set funktioniert wie eine Geschichte, die in dem Moment erzählt wird, in dem sie gelebt wird. Dafür besteht die Herausforderung Raum, Menschen, Energie und Stimmung zu lesen.
Genregrenzen spielen dabei eine untergeordnete Rolle. Verschiedene musikalische Richtungen können nebeneinander existieren, solange sie in ihrer Energie miteinander verbunden sind. Die Herausforderung liegt darin, unterschiedliche Materialien so zusammenzuführen, dass ein Set von außen wie aus einem Guss wirkt.
Die Verbindung zu den installativen und audiovisuellen Arbeiten liegt auch in der Frage nach Wahrnehmung. Musik, Sound Design und Installation untersuchen auf unterschiedliche Weise, wie Klang Zustände verändern, Räume öffnen und Aufmerksamkeit verschieben kann. Meine Musik verstehe ich dabei nicht als feste Aussage, sondern als Einladung in eine eigene Welt. Wer sich darauf einlässt, betritt einen Raum aus Rhythmus, Gefühl, Intuition und Transformation.
untitled a1-2 - echo studies (2022)
orange morning ep - taha (2021)
colloborative projects
setsubun - sencha division (heineraudio va, 2025)